Milieuschutz in Britz

Neues vom ehemaligen blub-Gelände

Im Mai traf sich das BENN-Team mit Herrn Rehberger aus dem Neuköllner Stadtentwicklungsamt, um neue Entwicklungen in Britz in Erfahrung zu bringen.

Abriss und Bebauung auf dem ehemaligen „Blub“-Gelände

Seit einigen Jahren berichteten die Berliner Medien und die Berliner Behörden immer wieder über den Verfall, über Brände und Kriminalität auf dem Gelände des ehemaligen „Berliner Luft- und Badeparadieses (Blub)“ in der Buschkrugallee. Gleichzeitig machte das Gelände Schlagzeilen als „The Abandoned Water Park in Neukölln“ und zog etliche (Hobby)Fotografierende aus aller Welt an. Damit wird nun bald Schluss sein.

Verfallene Gebäude auf dem ehemaligen blub-Gelände in Berlin-Neukölln
Bildquelle: Piotr Lavka, www.berlin-du-bist-wunderbar.de

Auf dem 35.000 Quadratmeter großen Gelände ist der Bau von ca. 450 Wohnungen geplant. Der Bebauungsplan wurde bereits Ende 2018 von der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Die Abrissarbeiten und der Neubau durch eine Münchener Immobiliengesellschaft sollen voraussichtlich Ende 2019 beginnen. Darunter entstehen auch ca. 80 preisgebundene Sozialwohnungen. Dies hatte Baustadtrat Jochen Biedermann nachverhandelt und setzt damit ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen die Wohnungsnot in Berlin.

Im Zuge der Wohnungsproblematik wird auch immer wieder über die Räumung und Bebauung von Kleingartenanlagen in Berlin diskutiert. Nach dem Entwurf des Kleingartenentwicklungsplans der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz werden bis 2030 voraussichtlich keine Flächen in Neukölln als Wohnbauland in Betracht gezogen. Bei den Flächen am Teltowkanal handelt es sich ohnehin größtenteils um bereits jetzt langfristig gesicherte Kleingartenanlagen.

Milieuschutz in Britz erklärt

In der letzten Ausgabe der BENN-Rundschau hat sich die „Hufeisen Mieter*innen Initiative Britz (HUFI)“ vorgestellt. Sie berichtete von steigenden Nöten und Sorgen vor Mieterhöhungen, Verdrängung und Wohnungsverlust. Um sich im Kampf gegen Verdrängung zu organisieren trifft sich die Initiative regelmäßig in der Hufeisensiedlung (weitere Infos unter: www.hufi-britz.de).

Seit Februar 2019 bekommen die Mieter/-innen und die Initiative in Britz Unterstützung auch vom Bezirksamt Neukölln. So wurde beschlossen, für die Gebiete in und südlich der Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung Voruntersuchungen durchzuführen, auf deren Grundlage entschieden werden kann, ob Milieuschutzgebiete ausgewiesen werden. Was bedeutet das? Auf Grundlage des Baugesetzbuches hat das Bezirksamt Neukölln die Möglichkeit diejenigen Quartiere und Kieze, die besonders stark von Mietsteigerungen und drohender sozialer Verdrängung betroffen sind, durch das städtebauliche Instrument einer so genannten „sozialen Erhaltungsverordnung“ in einem gewissen Rahmen unter Milieuschutz zu stellen. Ziel ist es gewachsene Nachbarschaften zu erhalten. So ist etwa die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen genehmigungspflichtig und nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Gleiches betrifft auch Luxussanierungen in Wohnungsbestand.

Ob auch Ihre Straße im Milieuschutzgebiet Britz Nord oder Britz Süd liegt erfahren Sie auf der Karte und der Webseite des Neuköllner Stadtplanungsamtes (https://www.berlin.de/ba-neukoelln/politik-und-verwaltung/aemter/stadtentwicklungsamt/stadtplanung/milieuschutz/artikel.294102.php) oder per E-Mail an Milieuschutz@Bezirksamt-Neukoelln.de.

Quelle: Bezirksamt Neukölln, ABl. Nr. 10/7. März 2019